Herzlich willkommen!

Das Meer – für viele schon immer der schönste Ort, um Abstand zum täglichen Allerlei zu gewinnen, Gedanken zu ordnen und zu Papier zu bringen: träumen, verrückte Ideen spinnen, nicht mehr Passendes über Bord werfen und barfuß auch im Kopf zu neuen Ufern aufbrechen.

Mein Schreiben am Meer begann als Kind an der Ostsee der Lübecker Bucht, wohin wir mit unserer Familie von Hamburg aus nicht nur in den großen Ferien gefahren sind, sondern oft mal eben abends, um in die Wellen zu springen. Schon vor Schuleintritt malte ich Seesterne, Algen und Muscheln in kleine Strandhefte, zwischen eingeklebten Dünengräsern und Federn rieselte feiner weißer Sand. Bald erfand ich Meeresmärchen, in denen Quallen mit ihren tanzenden Tentakeln verzauberten. Später, auf meinen Reisen zu den nordfriesischen Inseln und an die Küsten Dänemarks, zu den schottischen Hebriden, an die Algarve, die Riviera oder in die ägäische Inselwelt (unvergesslich schön vor der massentouristischen „Erschließung“), sollten andere Geschichten entstehen…  

Nach meinem Hochschulstudium (Psychologie/Soziologie) machte ich als Feature-Autorin des DLF und NDR sowie als Dozentin an der Hamburger Universität jüdische Biografien in der Weimarer Republik zum Hauptthema meiner Arbeit. Unter den prominenten Namen aus Literatur, Kunst und Wissenschaft gab es viele, die vor ihrer Emigration aus Nazi-Deutschland stets ihre Ferien an der Ostsee verbrachten – einer der Sehnsuchtsorte war Ahrenshoop. Seit fast zwei Jahrzehnten auch mein „Ankerplatz“ und Refugium zum Ideenschöpfen etwa für Ausstellungen zu Exil- und Meeresthemen aus dem Forschungsfundus meiner Archivstudien und Publikationen.

Von Frühling bis Herbst biete ich in der einstigen Künstlerkolonie Lesungen und Literarische Rundgänge an. Zudem betreibe ich in Ahrenshoop wie auch auf Rügen eine Schreibwerkstatt: Schreiben am Meer. Passend dazu: aus handgeschöpften Papieren selbst gestaltete Notizhefte für eigene Denkbilder, Beobachtungen, Skizzen, Verse und kalligrafische Phantasien – ein wohl tuender Ausgleich zur immer lauter werdenden und aus den Fugen geratenen Welt.